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19 | 05 | 2012
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Eichlinghofen

Es gibt Funde, die auf eine steinzeitliche Besiedlung der Gegend hinweisen. Im Bereich der heutigen Kirche hat vermutlich
eine sächsische Kultstätte bestanden, die unter Karl dem Großen – wie an vielen anderen Stellen – zum christlichen Versammlungsort umgewidmet wurde. Mit der Kirche bildete sich eine Gemeinde, die die umliegenden Dörfer Persebeck, Menglinghausen, Salingen und Eichlinghofen umfasste. Alte Kirchwegbezeichnungen deuten darauf hin, dass früher auch Oespel und Brünninghausen dazu gehört haben. Während die umliegenden Ländereien dem Stift Werden tributpflichtig waren, musste die Kirchengemeinde bis ins 17. Jahrhundert Abgaben an die Hauptkirche Reinoldi in Dortmund leisten, was besonders begehrenswert war, weil der Küster neben der Kirche einen Ausschank mit Bossel(Kegel)bahn betrieb.

Im 16. Jahrhundert, vermutlich gleichzeitig mit der Hauptkirche Reinoldi, wechselte die Gemeinde zum protestantischen
Glauben und gehört heute zur Evangelischen Kirche von Westfalen.

 

Hombruch

Hof Lenhoff und Mühlen

Laut einer Urkunde von 1395 verpfändete Grauf Dietrich von der Mark seinen Hof "to dem Hombroicke" für 40 Mark an Dietrich Lenhove, dessen Frau und ihren Erben. Dieser spätere Hof Lenhoff (heute Lennhof) hatte Nutzungsrecht für den Wald und die Wiesen im Gebiet des heutigen Hombruch (= hoher, dh. hoch gelegener Bruch = Morast, infolge dicker Tonschichten). Jahrhunderte lang gab es außer diesem Hof noch die südlich von ihm gelegene Ölmühle und die Hombruchsmühle (heutige Grotenbachstraße/Bahnlinie), die Bannmühlen für den Bereich bis Annen waren.

Das Industriezeitalter

Die Mühlen wurden 1834 vom Industriepionier Friedrich Harkort erworben und in eine Eisenhütte umgebaut. 1847 fiel der Hombrucher Besitz Harkorts durch Zwangsversteigerung größtenteils an den Freiherrn von Romberg. Mit Romberg begann in stärkerem Maß die Besiedlung des bisherigen Domänenwaldes. Zugleich wurde der Kirchhörder Zechenbetrieb Glückauf-Tiefbau sowie eine Stollenzeche von der Emscher aus unter dem Hombrucher Gebiet vorangetrieben. 1792 entstanden die Doppelschächte Gotthelf und Treugott (nahe Gotthelfstraße), gegen 1850 Schacht Gisbert (von Romberg). Die Pferde-Schleppbahn (heute Schleppbahnstraße) sorgte für die oberirdische Verbindung. Die Zeche wurde 1925, die dort errichtete Kokerei 1930 stillgelegt.

Bevölkerung

Die Menschen, die für den schnell wachsenden Industrieort arbeiteten, kamen bis ca. 1860 aus dem nördlichen und östlichen Westfalen, später aus dem Rheinland, Niedersachsen, Thüringen, Sachsen und Schlesien. In den 80er Jahren aus Ost- und Westpreußen und Polen. Auf Zeche Louise-Tiefbau kamen um die Jahrhundertwende bis zu 29,1 % der Arbeiter aus Polen. Für alleinstehende Bergleute wurde 1911 Am Spörkel ein großes Bergmannsheim errichtet ("Bullenkloster").

Kirchengemeinden und Kirchen

1864 wurde auf der Baroper Heide eine katholische Missionsstation gegründet (kleine Kapelle im Gasthaus Kugel, Stockumer Straße). 1870/71 wurde auf Initiative von Pastor Wilhelm Vogt die katholische Clemenskirche erbaut, 1867 der katholische Friedhof nördlich der Harkortstraße erworben (Kapelle von 1882). 1872/73 wurde das Marienhospital errichtet.

Für die evangelischen Christen waren zunächst nördlich der Harkortstraße die Gemeinde Barop, südlich die Gemeinde Kirchhörde zuständig. Von 1871 bis 1876 wurde von Kirchhörde ein Hilfsprediger dorthin entsandt. 1879 beantragten die Hombrucher beim Kirchhörder Presbyterium die Gründung einer eigenen Gemeinde. Erst 8 Jahre später wurde sie dann verwirklicht mit damals 1420 Gemeindegliedern. 1896-1898 wurde die evangelische Kirche an der Harkortstraße errichtet. 1911 wurde das Auguste-Viktoria-Gemeindehaus an der Steinäckerstraße errichtet. 1928 wird von den evangelischen Gemeinden Barop, Hombruch und Eichlinghofen das Bergmannsheim Am Spörkel übernommen und als Evangelisches Altenpflegeheim, später Fritz-Heuner-Heim weitergeführt.

(nach: Walter Gronemann, Kleine Geschichte der Ämter Barop und Kirchhörde. 1987)

 

Barop

Siehe auch Beitrag Baroper Kirchengeschichte.

Elf Höfe in Barop, zwei in Eichlinghofen, einer in Salingen werden um 1220 in der sog. Limburger Rolle erwähnt. Sie gehörten zu der Zeit dem Stift Essen und unterstanden als "Unterhöfe" dem "Oberhof" Huckarde. Der Schultenhof, unmittelbar nördlich der Margarethenkapelle gelegen, war im Besitz des St.-Andreas-Kapitels zu Köln. Als die Grafen von der Mark Vögte dieses Kapitels wurden, haben sie allmählich die Besitzrechte verändert, bis schließlich die Kurfürsten von Brandenburg Lehnsherren des Hofes waren. Bewirtschaftet wurde dieser Hof von bäuerlichen Pächtern wie dem im 13. Jahrhundert erwähnten Johannes von Badorpe. Zunächst waren diese Pächter zuständig für die benachbarte Margarethenkapelle. Von der freien Reichsstadt Dortmund führte hier eine Handelsstraße über Eichlinghofen und Stockum in Richtung Köln. Unweit der Emscher und des vermutlich morastigen Geländes beim Zusammenfluss von Rüpingsbach und Emscher gelegen war diese Kapelle der erste bzw. letzte Ort an diesem Weg außerhalb der stark befestigten Stadt. Womit diesem Gebäude eine eigene Bedeutung zukam.

Nach dem Rückgang des Kölner Einflusses in diesem Bereich wurde die Kapelle geistlich von Dortmund aus versorgt, blieb aber Mittelpunkt der umliegenden Bauerndörfer Kleinbarop und Großbarop. Im benachbarten Küsterhaus findet Schulunterricht statt. 1632 wird der Schulmeister erstmals ausdrücklich erwähnt. Da liegen die Anfänge der heutigen städtischen Ostenberggrundschule. Im 17. Jahrhundert bildet sich schließlich eine selbstständige evangelische Gemeinde mit einem eigenen Pfarrer. Ihm wird auf dem Grundbesitz des Heimsath-Hofes 1739 ein Pfarrhaus gebaut (heute anders genutzt).

Örtlichen Bergbau gab es in kleinem Umfang schon früh. Die Anfänge der bedeutendsten Zeche Louise Bergstollen liegen im Jahr 1743. Hundert Jahre später beginnt dort der Tiefbau. 1859 wird sie mit den Zechen Wittwe und Barop vereint. Der Ausbau der "Chaussee", heute Stockumer Straße um 1792/93 von Unna über Hörde nach Witten und ins Bergische Land war für die Entwicklung der Wirtschaft und des Ortes sehr bedeutsam. Ein Bericht von 1826 nennt sie die meistbefahrene Straße im preußischen Staat, gegen die der durch Dortmund führende Hellweg nahezu bedeutungslos geworden war. 1843-1849 wurde die Bergisch-Märkische Eisenbahn mit dem Bahnhof Barop gebaut.

Der günstige Verkehrsstandort zog Hüttenwerke, Maschinenfabriken und schließlich das Walzwerk nach sich. Die Einwohnerzahl stieg von 322 im Jahr 1818 auf 1767 im Jahr 1871. Im preußischen Landkreis Dortmund, in dem Hörde einer der sieben Bürgermeistereibezirke war, erhielt Barop 1817 die Rolle des Amtes. 1929 erfolgte dann die Eingemeindung in die Stadt Dortmund.

Der wachsenden Größe der Gemeinde entsprechend wurde 1911-1913 die "neue Kirche", heutige Lutherkirche, errichtet. Daneben 1935 das Pfarrhaus. Das Gemeindehaus und der Kindergarten auf dem anliegenden Gelände entstanden 1965.

(nach: Walter Gronemann, Kleine Geschichte der Ämter Barop und Kirchhörde. 1987)